Fachtag "Bibliotheken und Gesellschaft – Parallele Entwicklungen"
Erstelldatum04.07.2025
Fachtag am 03.07.2025 in der Stadtbibliothek Stuttgart
Fachtag über die Zukunft der Bibliotheken
Am Donnerstag, den 03.07.2025, fand in der Stadtbibliothek Stuttgart der Fachtag "Bibliotheken und Gesellschaft - Parallele Entwicklungen" des dbv Landesverbands Baden-Württemberg statt.
Ab 9:00 Uhr konnten sich die Teilnehmer bei Brezeln und Kaffee anmelden. Der erste Vorsitzende des dbv Landesverbands, Herr Dr. Frank Mentrup, begrüßte die rund 50 Anwesenden und sprach in seiner Eröffnungsrede die aktuellen Herausforderungen im Bibliothekswesen an, die auch im Verlauf des Tages Thema waren.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Ingo-Felix Meier, Geschäftsführer des dbv Landesverbands.
Das zentrale Thema des Fachtags lautete „Zukunft der Bibliotheken“.
Rob Bruijnzeels vom Ministerium für Vorstellungkraft in den Niederlanden hielt einen inspirierenden Impulsvortrag mit dem Titel „Imagination and Participation“. Er zeigte anschaulich auf, wohin sich Bibliotheken in den kommenden Jahrzehnten entwickeln könnten. Dabei betonte er, dass dafür vor allem zwei Dinge notwendig seien: Kreativität und Mut bei der Umsetzung.
Am Vormittag und Nachmittag wurden in verschiedenen Sessions aktuelle Themen aus dem Bibliotheksbereich vertieft und diskutiert.
Maren Scharpf von der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ) hielt einen sensiblen und informativen Vortrag zum Thema Kindeswohlschutzkonzepte. Die Bedeutung dieses Themas zeigt sich auch darin, dass das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration in Baden-Württemberg am Tag zuvor den neuen „Masterplan Kinderschutz“ veröffentlicht hat. Zudem arbeitet auch der Bundesverband des dbv derzeit an Schutzkonzepten, die Ende 2025 herausgegeben werden sollen.
Uwe Dierolf vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) stellte in zwei Sessions den in Karlsruhe entwickelten KI-Chatbot für Bibliotheken vor. Mit viel Energie und Begeisterung zeigte er die vielfältigen Möglichkeiten des KI-Chatbots auf und versuchte, etwaige Ängste zu nehmen. Der speziell für das KIT entwickelte Chatbot ist auch auf andere Bibliotheken übertragbar. Bei Interesse können sich Bibliotheken gerne an Herrn Dierolf wenden, um mehr Informationen zu erhalten.
Ebenfalls in zwei Sessions berichteten Dr. Elke Brünle von der Stadtbibliothek Stuttgart und Sonja Kuhlmann von der Mediathek Kehl über ihre Erfahrungen bei der Umsetzung von Pop-Up-Bibliotheken. Dabei wurden zwei unterschiedliche Ansätze vorgestellt: In Kehl dienen die Pop-Up-Bibliotheken als temporäre Lösung (Interim), während sie in Stuttgart als Entwicklung hin zu einer Stadtteilbibliothek betrachtet werden.
Unabhängig vom Ansatz sind Pop-Up-Bibliotheken eine großartige Möglichkeit, Leerstände in den Innenstädten kreativ zu nutzen und gleichzeitig auf Bibliotheken aufmerksam zu machen.
Jorge Murcia Serra von der Universitätsbibliothek Mannheim hielt einen sehr interessanten und informativen Vortrag über das Forschungsdatenmanagement in wissenschaftlichen Bibliotheken. Die Universitätsbibliothek Mannheim ist mit ihrem Service und dem Team des Forschungsdatenzentrums hervorragend aufgestellt und unterstützt Forscherinnen und Forscher bei der Erstellung eines Datenmanagement-Plans (DMP).
Der lebendige und informative Fachtag endete um 15 Uhr. Alle Referentinnen, Referenten und Teilnehmenden wurden herzlich für ihre Beiträge und ihr Engagement gedankt. Während der Workshops sowie in den Pausen entstanden viele interessante Gespräche.
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Alle Fotos (c) Julian Rettig
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