Medienangebote
Öffentliche Bibliotheken verleihen neben physischen Medien auch digitale Medien wie E-Books, elektronische Zeitungen und Zeitschriften und Audio-Books. Weiterhin bieten sie ihren Nutzer*innen Streaming-Dienste wie das Film- oder Konzertstreaming an.
Die meisten digitalen Medien – von E-Books, zu E-Journals und Forschungsdaten - befinden sich allerdings bei den Hochschulbibliotheken. Die Digitalisierung hat zu neuen Wegen des wissenschaftlichen Arbeitens und der Veröffentlichung von Ergebnissen geführt. Wissenschaftliche Bibliotheken sind somit in der Verantwortung, die nötige Infrastruktur dafür zu bieten und die Informations- und Medienversorgung der Studierenden, Lehrenden und Forschenden nachhaltig auszugestalten.
Retrodigitalisierung
Die Digitalisierung von analogen Bibliotheksbeständen ist zur alltäglichen Praxis geworden. Seit rund zwanzig Jahren werden z.B. Drucke des 16. bis 18. Jahrhunderts, die in den entsprechenden Verzeichnissen nachgewiesen sind, digitalisiert, vertieft erschlossen und im Internet präsentiert. Somit wird das kulturelle Erbe für die Zukunft nicht nur analog, sondern auch digital bewahrt und für ein breiteres Publikum zugänglich gemacht. Außerdem bieten digitalisierte Werke Grundlage für computergestützte Auswertung und Erforschung der Bibliotheksbestände.
Auch wenn die Digitalisierung der erhaltenen Überlieferung einzelner zeitlicher Perioden bereits weit fortgeschritten ist, bestehen vor allem im 19. und 20. Jahrhundert noch Lücken. Hier bedarf es nicht nur finanzieller Förderung, sondern auch klare urheberrechtliche Regelungen für Digitalisierungsabläufe und die Bereitstellung der digitalisierten Objekte. Eine international ausgerichtete koordinierende Infrastruktur wäre außerdem eine wesentliche Voraussetzung dafür, Doppeldigitalisierungen zu vermeiden.
Digitale (Medien-)Kompetenz der Nutzer*innen und Mitarbeiter*innen
Bibliotheken sind Orte, an denen auch digitale (Medien-)Kompetenz vermittelt wird. Hier können digitale Medien ausprobiert, in digitalen Datenbanken recherchiert und es kann mit ihnen gelernt werden. Der Umgang mit digitalen Medien und das Management der bibliothekarischen Workflows setzen den Einsatz informationstechnischer Expertise und Kompetenz voraus. Deshalb muss das Berufsfeld noch besser auf die Herausforderungen des digitalen Wandels und die Übernahme neuer Funktionen in den Bibliotheken hin ausgerichtet werden.
Zwar kennen viele Bibliotheksmitarbeitende die aktuellen Trends, führen verschiedene Altersgruppen und Studierende an digitale Medien und elektronische Datenbanken heran und schulen den Umgang mit diesen Angeboten. Die digitale Kompetenz der Mitarbeitenden muss jedoch umfassend und kontinuierlich weiterentwickelt werden. Ihr Wissen geben Bibliotheksmitarbeitende dann auch an Erzieher*innen, Lehrer*innen oder andere Partner*innen in der Bildungslandschaft weiter. So profitieren alle vom Praxiswissen der Bibliotheken.
Bessere Einbeziehung in Digitalstrategien und -initiativen
Bibliotheken müssen in Strategien zur Digitalisierung auf europäischer, nationaler, regionaler und kommunaler Ebene noch besser eingezogen und als Kooperationspartner gestärkt werden. So kann die noch engere Verzahnung der Bibliotheken mit anderen Einrichtungen erreicht werden, um abgestimmte Angebote für unterschiedliche Zielgruppen zu entwickeln und auf neue Herausforderungen zu reagieren. Bibliotheken sollten ebenfalls in Datenstrategien und Strategien zur Künstlichen Intelligenz (KI) auf allen Ebenen einbezogen und mitgedacht werden.
